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Fünf Stern Hotel in Samedan
September 2013
Am Freitag, den 13. September, konnte in Samedan unter Anwesenheit beschwingter Gäste ein neues Hotel eröffnet werden. Das Hotel beinhaltet 36 Wohnungen, steht in luftiger Höhe und ermöglicht rundherum einen prachtvollen Weitblick. Belegt wird es allerdings erst im Frühjahr 2014 und nur während des Sommers.

Der Vogelschutz Engadin freut sich sehr, dass er dank dem Sponsor Möbel Stocker ein Schwalbenhotel aufstellen konnte, und somit dem rückläufigen Trend v.a. der Mehlschwalben etwas entgegensetzen kann.

In der Schweiz gibt es 4 Schwalbenarten: Uferschwalbe, Mehlschwalbe, Felsenschwalbe und Rauchschwalbe. Die Uferschwalbe gräbt sich Brutröhren an steilen Flussufern und Kiesgruben. Da viele Flüsse eingedämmt worden sind, hat diese Art so stark abgenommen, dass sie jetzt auf der roten Liste erscheint und in einem Artenförderungsprogramm steht. Es werden in stillgelegten Kiesgruben Wände hergerichtet und auch künstliche Brutröhren eingebaut. So hofft man den Bestand dieser Art wieder zu erhöhen. Diese Schwalbenart kommt im Engadin nicht vor.

Im Engadin sind Mehl-, Rauch- und Felsenschwalben zu Hause. Die Mehl- und die Felsenschwalbe bauen ihre fast kugelförmigen Nester aus Erde/Lehm an Hauswänden unter dem Dach. Felsenschwalben brüteten früher v.a. (der Name sagt es) in Felsen - heute breiten sie sich immer mehr auch in Siedlungen aus. Die Rauchschwalben bauen ihre Nester auch aus Erde, flechten aber noch Halme oder Pflanzenstengel hinein. Ihre Nester sind schalenförmig und werden auf horizontale Vorsprünge in Scheunen, Ställen, Estrichen gesetzt. Von diesen 3 Arten ist die Mehlschwalbe am meisten gefährdet und kommt neu jetzt auch in das Artenförderungsprogramm. D.h. man versucht ihr Habitat und günstige Nistorte zu schützen.

Geährdet sind diese "Nesterklebenden" Arten, da viele - auch kleine Wege heute einfach zugeteert sind (kein Baumaterial vorhanden), es sind kaum mehr Magerwiesen vorhanden (Insekten fehlen) Viele Bauernhöfe wurden aufgelöst (kein Nistmaterial, weniger Insekten), Fassaden werden heute immer häufiger mit einem Kunststoffverputz versehen (Nester können an solchem nicht haften).

Der Vogelschutz Engadin hat sich durch Schwalben- und Schwalbenhausfachleute beraten lassen, um das geeignetste Haus und dazu den optimalsten Standort zu suchen. Fündig geworden ist man beim Nistkastenbau Junker fürs Haus und in Promulins Samedan für den Standort.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Lebensraum sind folgende Bedingungen: 1. Es müssen in der Umgebung schon Schwalben vorhanden sein. (An benachbarten Häusern brüten bereits Mehlschwalben) 2. Wasser muss in der Nähe sein. (Bach vorhanden) 3. Magerwiesen sollten nahe sein. (Sind vorhanden) 4. Ein Bauernhof sollte in der Nähe sein. (Ist vorhanden, bietet grosse Flächen unverteerter Erde, Nistmaterial und dank all der Hoftiere auch viele Insekten)

Nachdem die Bürgergemeinde, der der Boden gehört, und das sehr naturverbundene Landwirtepaar (auf ihrem Hof brüten regelmässig Rauchschwalben, Haussperlinge und schon einige Male sogar der Turmfalk) ihr Einverständnis gegeben hatten, und die Neuapostolische Kirche keine Einwände gegen diese neue Nachbarschaft hatte, konnte mit dem Einrichten begonnen werden.

Im Vorfeld wurde ein Fundament erstellt, in das ein U-Eisen einbetoniert wurde. Nach einigen Wochen konnte dann der 5m hohe Holzpfosten mit dem ganzen Haus eingesetzt werden. Und nun steht das Schwalbenhotel: das erste in ganz Graubünden! Es hat 20 vorfabrizierte Schwalbennester, 2 Nester für Rauchschwalben und im Dachgeschoss 14 Öffnungen, die für Mauersegler oder Fledermäuse gedacht sind. Für die Schwalben fällt die ganze, mühsame Bauarbeit weg, bei der doch oft herunterbröckelnde Teile wieder ersetzt werden müssen. Sie müssen ihr Zuhause nur noch auspolstern und dann ihre ganze Kraft aufs Brüten und Nahrungsbeschaffung konzentrieren.

Der Vogelschutz Engadin hofft nun im 2014 auf viele zufriedene Gäste. Ankunftszeit aus Afrika ist ca. ab Mitte März, Brutzeit ca. ab Mitte Mai. Die Erfahrung zeigt, dass so ein Hotel nicht unbedingt schon im ersten Jahr voll belegt wird.

Der Vogelschutz Engadin bedankt sich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Stefi Linder, Möbel Stocker (Initiant und Koordinator Schwalbenhotel) und bei der Firma Möbel Stocker für dieses grosszügige Sponsoring.

Joanna Herold


Kurzberichte über die, von der schweizerischen Vogelwarte Sempach durchgeführten Wasservogelzählungen
vom 13. Januar 2013 und 18. 11. 2012 , Region Oberengadin - Puschlav
Juli 2013


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